Alte Liebe, neu entfacht: Málmhaus’ “Svarthamar”

metalhead

Letzten Samstag hatte ich die große Freude, auf dem Fantasy Filmfest endlich den isländischen Film “Metalhead” (im Original “Málmhaus) zu sehen, einen Film, auf den ich mich schon lange lange Zeit sehr freute. Und auch wenn er einige kleine Schwäche hatte, muss ich doch zugeben, dass der Film einer der bis jetzt besten Beiträge zum Thema (Black) Metal im Medium Film ist. Ein pubertäres, traumatisiertes isländische Mädchen verliert sich in Einsamkeit und findet zur Musik; was auf dem Papier cheesy klingt, hat Regisseur Ragnar Bragason mit genau der richtigen Portion Ernsthaftigkeit, Atmosphäre und auch Augenzwinkern umgesetzt. In mir klingt der Film immer noch nach und hat doch tatsächlich wieder mein Interesse an Underground Black Metal aufkeimen lassen – und mir letztendlich gezeigt, wie wahnsinnig faszinierend ich diesen Musikkosmos doch immer noch finde.

Besonders eine Szene löst bei der Erinnerung Gänshaut aus: Der Auftritt des Musikprojektes der Protagonistin (die hervorragend gewählte Thora Bjorg Helga) – die Stelle, in der sie sich in einem wunderschönen Song komplett vor der Dorfgemeinschaft seelisch bloßstellt, und daran nicht scheitert, sondern plötzlich an Größe und Tiefe wächst. Eine Szene, die auch zeigt, wieviel Verständnis man seinen Mitmenschen auch zutrauen kann. Man muss ihnen nur die Möglichkeit dazu geben. Beides, Song wie Szene haben mich schwer beeindruckt; vor allem wenn man direkt auch noch die textliche Bedeutung von “Svarthamar” mitliest. Was soll ich sagen, da kamen mir die Tränen. Daher- unten der Song, eigentlich geschrieben von Pétur Ben. Und wer sich spoilern will, darunter gibts noch die gesamte Szene und den Trailer.

(Und auch- yaaay, ich hab mal wieder Zeit zum Bloggen!)

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Zur Feier des Tages: “Carraige”, eine Hommage an die irische Natur

carraige (felswand)

Momentan geht hier auf diesem Blog auf Grund von Prioritäten in der Realität (aka Geld verdienen müssen) leider nicht viel; aber da heute mein Jahrestag ist, dachte ich mir, das wäre ein guter Anlass, eine alte Arbeit von mir rauszuhauen – wäre einfach zu schade drum, wenn die ewig auf meiner Festplatte versauern würde.

Als ich ein halbes Jahr in Irland war, hat mich die Natur dort mehr als umgehauen. Besonders an einen Trip erinnere ich mich, wir haben uns ein Auto geschnappt und sind die Küste abgefahren, angehalten, wo immer es schön war. Wir haben dort winzige, wunderschöne Strände entdeckt, Wälder mit fantastisch verknorrten Bäumen, alte Kapellen, steinerne Wasserfälle; es war windig, es war neblig, sonnig, stürmisch und still. Wir sind auf Berge geklettert, durch den Sturm hindurch auf eine Insel gefahren und haben unsere blanken Füße von den Klippen hängen lassen. Nach genau jenem Trip hab ich diesen Track gebaut, eine Erinnerung an den Eindruck, den die irische Natur in mir hinterlassen hat. “Carraige (Felswand)” ist eine 18-minütige Soundkulisse; erhaben, episch & mystisch, so wie die raue, dabei wunderschöne irische Natur.

Unten ist der Song, der ebenfalls zum freien Download zur Verfügung steht. Und ich werd in Zukunft mal wieder etwas an Sounds schrauben, da hab ich grad Bock drauf. Wir hören uns demnächst an dieser Stelle wieder. Cheers, lads & ladies!

Update 08.09.014:

Der Soundcloud-Algorithmus hat meinen Track aufgrund von Copyright-Bullshit gelöscht. Um genau zu sein geht es dabei um den im Song verbauten Chor, eine Aufnahme eines irischen Kirchenchors. Also in dem Sinne- Props für den Algorithmus, hat er gut erkannt. Trotzdem Bullshit. Ich hab den Track jetzt nochmal auf HearThis hochgeladen, unten findet ihr den neuen Stream. Falls der auch runtergenommen wird, denk ich mir was anderes aus.

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Net-Chique aus dem Bilderbuch: HiDM2_9

Well, viel erfährt man über Bridge, die Macher obigen Videos nicht. Es ist ein visuelles Label aus Japan, ok. Ansonsten hindert die Sprachbarriere wieder an weiterem Stillen der Informationsgier. Aber ist im Grunde auch nicht so wichtig, das Video spricht für sich. Netz-Chique, so wie man sich das vorstellt. Glitchig und weird und aufgedreht und kryptisch. So muss das.

Halluzinationen in der Tiefsee: Narcose

Der Kurzfilm Narcose erzählt die Geschichte von Guillaume Néry und seinem Rekordversuch im Deep Water Freediving. Vom eigentlichen Diving-Porn gehts aber in erster Linie um die Halluzinationen, die man bei Sauerstoffmangel und Druckausgleich bei sowas bekommt und von denen Guillaume genau in dieser Form berichtet hat. Und die sind äußerst beeindruckend – von der technisches Seite wie auch von der transportierten Stimmung. Irres Teil!

Googles Project Cardboard als Bausatz auf Amazon

project cardboard diy kit

project cardboard diy kit

Vor einer Weile hatte ich ja schon Googles Project Cardboard hier, eine DIY-VR-Brille aus Pappe, in der man sein Smartphone integriert und per App so etwas wie Virtual Reality erzeugen kann. Solltet ihr bis jetzt (wie ich) zu faul gewesen sein, euch den Bastelkram zu besorgen, gibts Abhilfe: auf Amazon gibts mittlerweile zahlreiche Angebote von kompletten Kits zu kaufen, die so zwischen 11–14 $ rangieren – was ich ganz ok finde. Selbst stöbern könnt ihr hier.

Epische Schwarz-Weiß Illustrationen von Nicolas Delort

nicolas delort

Vor Jahren stieß ich irgendwo im Netz auf obiges Bild, welches mich schwerstens beeindruckte. Ein riesiger, pechschwarzer Gigant steigt aus den Sturmwolken hinab, bedrohlich und angsteinflößend. Im Vordergrund ein Chevy, rasend; wie eine Metapher aus der amerikanischen Vergangenheit, wie die Angst vorm Sturm, der alles verschlingt. Als ich noch etwas jünger war, hat mich die Illustration von Greg Capullo zur Sagengestalt Urizen immer begleitet – diese Arbeit war genau dieses Bild, nur noch in seiner Dramatik potentiert.

Und es hat bis heute gedauert, bis ich einen Namen zu dieser Illustration gefunden habe: Nicolas Delort, ein kanadisch-französischer Illustrator, der noch viel, viel mehr fantastische Illustrationen dieser Art auf Lager hat. Das irrste daran: Das sind keine klassischen oder gar digitalen Zeichnungen, sondern auf dem sogenannten Scratchboard geritzte Zeichnungen. Unter anderem hat der Mann schon für Blizzard & LucasArts gezeichnet, was wirklich mehr als gerechtfertigt ist. Ich habe mich neu verliebt und bekomme gleich wieder Lust, selbst zu zeichnen.

Wem die obigen Bilder gefallen, empfehle ich einen Blick auf seine Homepage. Herz.

Hotline Miamis “Jacket” als Actionfigur

hotline miami action figures

Ein Tüp namens Erick Scarecrow lässt sich grade eine Edition von Hotline Miami-Actionfiguren per Kickstarter finanzieren. Ich selbst bin kein Sammler von Figuren; wer den Blog hier seit ner Weile mitliest weiß aber, dass ich umso mehr Fan von Devolvers Hotline Miami bin. Sprich, einen schicken Psycho mit Tiermaske würd ich mir sofort ins Regal stellen. Besonders angetan hats mir ja die obige Version mit Hahnenmaske und Katana in Neonfarben. Ansonsten geht natürlich auch immer Schweinemaske und Baseballschläger. Geile Teile!

Falls ihr selbst noch backen wollt, findet ihr den Kickstarter hier.

Cucalu – Eine Foto-App, gamified

cucalu

Foto-Apps gibts ja wie Sand am Meer, im Grunde machen alle mehr oder minder das Gleiche. Cucalu verfolgt einen Ansatz, den ich so noch nicht gesehen habe – sie verbindet Fotos & Aufgaben und fordert so den Nutzer auf, nach bestimmten Formen oder Konstellationen zu suchen, oder aber bestimmte Fotos nur in einem engen Radius zu finden etc – und schult damit ganz gut die Wahrnehmungsveränderung, Formen anders wahrzunehmen und so ultimativ auch mit einem etwas anderen Blick durch den Alltag zu gehen. Obs funktioniert weiß ich nicht, die Idee find ich aber schön. Zudem sammelt die App auch ausgewählte Fotos der einzelnen Aufgaben auf dieser Homepage.

Cucalu ist bis jetzt leider nur für iOS (1,99$) verfügbar, für mein Android-Phone vertraue ich da aber ganz doll auf die Klone, die bald anrollen. Go!

(via Wired)