This Is How I Wørk

der metabølist

Sah ich gerade beim Nerdcore-Rene und gefiel mir sehr gut, denn ich finde soetwas bei anderen Bloggern meistens auch sehr interessant, also mach ich mit: „How I Work“, angelehnt an die gleichnamige Blogserie von Lifehacker. Das ist vor allem interessant, um auch mal die eigene Arbeitsweise zu reflektieren, kann ich also nur jedem Blogger auch ans Herz legen (unten gibt es noch eine Liste anderer Blogs, die schon daran teilgenommen haben). Das ist natürlich sehr meta und interessiert wahrscheinlich größtenteils nur andere Blogger, aber trotzdem – ran an den Feind und mal gucken, was so rumkommt.

Ich halte mich an die Originalfragen, aber übersetze sie, if you don’t mind. GO!

BloggerInnen-Typ: semi-geregelter, beta-alkoholisierter Blogger, zyklisch irgendwo zwischen den Polen „ich möchte 24/7 bloggen“ und „sofort alles einreißen und neubauen“, momentan ein wenig aus der Bahn geworfen durch einen Auslandaufenthalt in Irland, two month to go.

Gerätschaften Digital: MacBook Pro 15″ mit Mac OS X 10.6.8, meistens zusammen mit Wacom-Bamboo-A5-Grafiktablett, Iphone 4 für unterwegs und neuerdings ein Kindle (Herz!). In Germany kämen dazu noch zwei große CAT-Lautsprecher sowie eine externe Festplatte mit 500 GB. Außerdem sehr erwähnenswert ist ein kleiner Old-School-Sony-Mp3-Player mit 2GB und In-Ear-Quäcken, ohne den ich nicht leben könnte und den ich immer bei mir habe.

Gerätschaften Analog: ich trage immer ein Notizbuch und einen Stift bei mir, ansonsten fühle ich mich nackt. Viel mehr ist aber nicht wichtig.

Wo sammelst du deine Blogideen?

Größtenteils in den Feeds, die ich lese, sprich in anderen Blogs. Was mich irgendwie berührt und reizt, wird verbloggt, jedoch auch, was ungefähr zum Blog passt; Politik zum Beispiel hat zwar hier und auch für mich einen hohen Stellenwert, reine Politik-Posts kämen  für mich aber aus Substanzgründen nicht in Frage. Neben diesen üblichen Linkschleudern baue ich gern mal wortkarge Bilder- oder Musik-Posts mit ein – die gibt es natürlich nur, wenn irgendwo gute Bilder entstanden sind, respektive mich grade ein Stück sehr beeindruckt. Hin und wieder lass ich dann noch was von mir einfließen, wenn es aber zu sehr in Prosa oder Lyrik abdriftet kommt es auf einen der anderen Blogs oder bleibt einfach analog.

Dazu kommen mir noch viele Ideen für neue Artikel, Artikelserien oder Aktionen, wenn ich offline irgendwo unterwegs bin, aber das Gehirn noch weitergrübelt, meistens wohl in den paar Minuten vorm Schlafen oder im Bus. Oder aus Gesprächen mit der Orange. Oder von sonstwoher. Inspiriert werd ich von vielem, was dann auf dem Blog landet ist einfach Gemütslage.

Arbeitsweise:

Für mich war dieses Blog von vornerein als Augangspunkt wie auch Bündelung für alle Dinge gedacht, die ich im Netz so treibe, und so behandle ich ihn auch heute noch. Das heißt, er verändert sich so wie ich und das soll auch so sein. Ich bespiele – neben dem Versuch, hier täglich zu posten – auch noch etliche andere Kanäle mit Inhalten, die sich aber alle hier im Blog auch wiederfinden. Ausgangspunkt sind immer meine Feeds, so wie ein paar Seiten, die ich traditionell manuell aufrufe (warum? Ick weeß et nich!). Die Feeds werden gelesen bzw. angesehen und es wird eingeordnet, was dafür für weitere Verwertung interessant wäre. Wenn etwas in Frage kommt, wäge ich noch ab, ob das genügend Substanz für einen Blogpost hat, oder ob ich das einfach so irgendwo (Twitter, FB, Tumblr etc.) reinwerfe, das passiert dann meistens direkt. Alles andere speichere ich in Evernote in die für mein Blog relevanten Kategorien (Musik, Games, Design, etc). Dabei läuft entweder aus den Feeds oder aus meiner Soundcloud den ganzen Tag Musik, die kommt immer und sofort auf Tumblr, wenn sie mir gefällt, Twitter verfolge ich meistens über den gesamten Tag.

Seit ich hier in Irland bin, unterscheidet sich das Bloggen zwischen Wochenende und Woche, das ist quasi aufgeteilt- unter der Woche lese ich meine Feeds in der Mittagspause oder am Abend, vorher ist keine Zeit. Alles Relevante wird dann wie oben beschrieben behandelt. Am Wochenende arbeite ich dann die Sammlung durch und bereite schon ein paar Posts vor. Ausnahmen sind immer Kleinigkeiten und Sachen, die grade auf den Nägeln brennen, die schreib ich dann noch zusätzlich und veröffentliche sie direkt. Dazu werden am Wochenende jede Menge Videos angesehen und jene, die was taugen, werden dann für die kommende Woche auf meinen Video-Tumblr gepackt. In kurz – momentan wird am Wochenende der Blog vorbereitet und unter der Woche eher die anderen Kanäle bespielt.

Welche Apps, Software & Tools benutzt du?

Ich blogge auf DER METABOLIST mit (Überraschung!) WordPress mit nicht allzu vielen Plugins und den vorinstallierten Widgets, weil ist ja eben WordPress.com. Hauptarbeitswerkzeug ist mein Feedreader NetNewsWire, den benutze ich jetzt seit ca. 1 1/2 Jahren und bin ob seiner schlichten, aber zuverlässigen Arbeitsweise sehr zufrieden. Meine Feeds ordne ich in für mich relevante Themenkomplexe wie etwa private Blogs, Favoriten, Images, Games oder Music mit Unterkategorien wie Künstlerfeeds oder Magz; außerdem eine eigene Kategorie mit meinen eigenen Blogs, um zu sehen, wie die so im Reader ankommen.

Ansonsten benutze ich noch die üblichen Sozialen Netzwerke; Twitter automatisiert wie manuell, eine Facebook-Page rein automatisiert, Delicious als Linksammlung für Artikel, ab und an noch Pinterest, das wird aber weniger. Dafür benutze ich ausgiebig Tumblr, ebenso Soundcloud, beide aber komplett manuell. Zum automatisieren benutze ich IfThisThanThat. Alles, was für den Blog, für mich oder generell weitere Recherche interessant wäre, kommt direkt in Evernote – woraus sich auch ableitet, was ich auf keinen Fall missen möchte: Evernote, weil ich damit von überall an meine relevanten Links komme und daher quasi von überall bloggen kann. Oh, und was ich allen Chrome-Nutzern sehr empfehlen kann ist die Extension OneTab, mit der sich alle offenen Tabs per Klick in einen Tab packen lassen – das ist wirklich sehr komfortabel, spart unglaublich viel Arbeitsspeicher und ist für mich einfacher zu handhaben als Lesezeichen.

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus:

arbeitsplatz

Momentan natürlich durch meine Auflandsaufenthalt etwas spartanisch. Wenn ich irgendetwas Grafisches mache kommt noch mein Bamboo-Grafiktablett dazu, ansonsten liegt irgendwo was zu schreiben rum und ich mag Fenster. Viel mehr brauch ich nicht. Ein wenig messy kann es sein, aber nicht zu sehr – direkt neben dem Schirm brauch ich auf jeden Fall Platz, sonst raste ich irgendwann aus.

(Unübersetzt weil in Englisch einfacher-) Whats your best time-saving shortcut?

Ich denke, dass mir die Automation eine Menge Zeit erspart. Aber dadurch geht auch ein wenig Persönlichkeit flöten. Ansonsten spare ich mir eine Menge Zeit dadurch, dass ich den Anspruch abgelegt habe, ausladende Texte und tolles Geschreibe abzugeben. Mehr Persönlichkeit und kurz, statt rumlabern und dann ewig an Texten herumkorrigieren.

Was ist dein Lieblings-To-Do-List-Manager?

Ich benutze die auf dem Mac vorinstallierte Notizzettel-Applikation so gut wie immer. Die ist einfach, man kann fast sämtliche Inhalte reinschmeißen und ich hab sie präsent auf dem Desktop.

Vom Computer & Phone abgesehen, ohne welches Gerät könntest du nicht leben?

Wie zuvor schon gesagt – mein Mp3-Player. Da bin ich Old-School.

Worin bist du besser als jeder andere?

Ich denke nicht, dass ich in irgendetwas besser bin als jeder andere. Ich blogge aus Faszination. Ich denke, was mir dabei einen Vorteil verschafft, ist ein guter visueller wie konzeptioneller Geschmack, der oftmals aus Design- wie Musik-ästhetischer Vorbildung resultiert, sowie ein halbwegs gutes Einschätzungsvermögen, Neuigkeiten, die mir begegnen, in einen größeren zeitgenössischen Kontext zu setzen. Außerdem denke ich, dass ich eine gute Portion Selbstbewusstsein habe und durch eine gesunde Leck-Arsch-Einstellung sehr experimentierfreudig bin.

Dazu kommt aber noch das, was mich am Bloggen eigentlich am meisten interessiert: Die eigene Persönlichkeit zwischen die Zeilen zu packen und das Blog als großes Sammelsurium meiner eigenen Interessen anzusehen – sozusagen als Erweiterung der eigenen Persönlichkeit, die man so mit den Menschen teilt. Dadurch wird man nicht besser als alle Anderen, sondern im besten Falle einzigartig.

Was hörst du wärend der Arbeit?

Musik läuft bei mir die gesamte Zeit über, meistens auch recht laut. Ich bin musikalisch sehr wechselhaft, momentan tauche ich tiefer in diverse elektronische Spielarten ab, momentan irgendwo zwischen 80s-Synth-Sounds, Techno und IDM. Meist kommt es aber auf die Gemütsverfassung an, kann genauso vorkommen, dass ich einen schwermütigen Tag mit viel depressivem Rock einlege, mit Black Metal dem Satan huldige oder nur hyperaktiven Nintendocore höre. Ich habe mir sagen lassen, dass meine Musik auf andere Leute anstrengend wirken kann. Aber ohne Musik geht es gar nicht und nie. Wer das genau wissen will, kann ja mal auf meinem Musikblog resonanzkørper vorbeischauen ;D

Wie ist dein Schlafrhythmus?

Momentan eine Stunde zeitversetzt zu Deutschland, meistens von eins bis morgens um acht, das kann ich mir ja grad nicht aussuchen; aber wie dem auch sei, das Bloggen hat für mich keinen großen Einfluss auf meinen Schlafrhythmus.

Eher introvertiert oder extrovertiert?

Ich sehe mich selbst als introvertiert. Das kann man von außen aber auch ganz anders sehen, denke ich – wie immer hängt das aber auch von den Begleitumständen ab. Lange halte ich ständiges Gefordertsein in Menschengruppen nicht  aus. Ich brauche egal wo immer die Möglichkeit zum Rückzug früher oder später, ansonsten geh ich irgendwann kaputt – das würde ich dann als eher introvertiert ansehen.

Fülle die Leerstelle aus:

Ich würde gern, dass YULIYAH von Y2B diese Fragen auch beantwortet.

Was ist der beste Rat, den du je bekommen hast?

Normalerweise geb ich nicht viel auf schlaue Worte, aber seit ca. 4 Wochen liegt hier ein Zettel auf dem Tisch mit einem handgeschriebenen Zitat von Joe Haldemann, welches der Aktion „Hand in Hand“ entstammt, das ich frei für mich übersetzt habe und das sich für mich auf so ziemlich alle Bereiche meines Lebens übertragen lässt: „Schreibe nicht, was du schon kennst!“ That sums it up pretty well.

Mitgemacht haben unter anderem auch schon:  DonnerhallenDas NufFelix,KikiKaltmamsellHerzdamengeschichtenAnkeSvenYellowLedAnneKurz und Knapp,Mama arbeitetLenaHappy BuddhaCloudetteAdelhaid und Die Filmguckerin.

Wenn du auch einen „How I Work“-Beitrag hast und den verlinken möchtest – in die Comments damit, ich update den Artikel dann. 

7 Kommentare

  1. Ich habe dein Artikel gelesen und würde dir sehr viel erzählen wollen,aber das sei auf ein anderes Mal verschoben.Ich will einfach ein Lob auf unsere Player schencken !

    Denn zu meinen ist nur gesagt :
    Trekstor i.Beat cebrax 2.0 üppige 4GB

    Die Foward-Taste funktioniert nicht mehr,alles nur über die Backward.
    Ich denke nicht einmal einen neuen zu kaufen!

  2. Lieber Herr Metabolist,

    vielen Dank für die Inspiration. Auch wenn es von Ihnen nicht ausdrücklich gewünscht war, schrieb ich einen sehr ähnlichen Blog-Eintrag.

    http://diefilmguckerin.wordpress.com/2013/05/21/this-is-how-i-work/

    Gruß, dieFilmguckerin

    PS: Heißen Sie eigentlich Metabölist? Meine Mitbewohnerin und Norwegisch-Expertin sagt, es handelt sich beim ø um einen Umlaut, der klingt wie das deutsche Ö. Sie sagt, im Fachterminus hieße er „der Metalumlaut“. Faszinierend, nicht?

    1. Liebe Frau Filmguckerin,

      ich bedanke mich hiermit recht herzlich für Ihren Beitrag. Ich werde ihn umgehend in die obige Liste aufnehmen.

      Eine Bearbeitung der Thematik, obschon auch nicht ausdrücklich von mir gewünscht, begrüße ich selbstredend, ich werde Sie und Ihren Artikel wärmsten Herzens empfehlen.

      Mit freudiger Genugtuung,
      DER METABØLIST.

      PS: Wie Sie richtig erkannt haben, wäre die korrekte Aussprache meines Namens dem deutschen „Ö“ vergleichbar. „Der Metalumlaut“ klingt für mich in der Tat faszinierend. In erster Linie ist ebenjener Buchstabe für mich aber von ikonographischer Bedeutung, wessen Sie sich vielleicht aus unserer gemeinsamen Schulzeit entrinnen können; die häufige Verwendung dieses Erkennungszeichens war an mir auch in dieser Zeit schon zu beobachten. Die Gründe dafür suche man eher in der Struktur des Zeichens denn in seiner Aussprache; allein, dies sei ein Thema für einen anderen Rahmen.

      Ich hoffe, Ihre Fragen befriedigend beantwortet zu haben und empfehle mich hiermit.

      1. Sehr geehrter Metabølist,

        ich freue mich, dass ich Ihnen mit meiner Teilnahme eine Freude machen konnte. Vielen Dank für die Weiterempfehlung.

        Mit freundlichsten Grüßen, dieFilmguckerin

        PS: Wie schön, dass Sie auch fasziniert sind. Vielen Dank für die ausgiebige Erläuterung Ihrer Wahl, es war durchaus erhellend.

Kommunikation fetzt!